Notkaninchen in Berlin

Abgabebedingungen

Wir freuen uns, dass Sie auf unsere Notkaninchen aufmerksam geworden sind.

Wenn Sie sich für einen oder mehrere unserer Schützlinge interessieren, nehmen Sie sich bitte kurz die Zeit, und machen sich mit den Bedingungen vertraut, unter denen wir unsere Tier vermitteln. Es kostet Sie nur einen Augenblick, aber vereinfacht in der Regel die weitere Vermittlung und hilft, Missverständnisse zu vermeiden.

Keine Einzelhaltung

Kaninchen sind hochsoziale Tiere. Einzelhaltung von Kaninchen ist Tierquälerei. Daher werden unsere Notkaninchen niemals in Einzelhaltung abgegeben, sondern nur in ein Zuhause, wo sie mindestens einen Spielkameraden ihrer Art, sprich: ein anderes Kaninchen, haben werden. Bei Gruppenhaltung sollten ungerade Zahlen vermieden werden, da sonst meist eins der Tiere das fünfte Rad am Wagen ist.
 

Nicht ohne Impfschutz

RHD und Myxomatose sind gefährliche, nicht heilbare Viruserkrankungen beim Kaninchen, die sehr oft tödlich enden und z.B. über Mücken übertragen werden. Daher müssen auch Kaninchen in Wohnungshaltung unbedingt regelmäßig geimpft werden. Es gibt verschiedene Erregerstämme und man sollte sich immer bei einem fachkundigen Tierarzt über den diesjährigen Infektionsdruck erkundigen, um gegebenenfalls die Impfabstände zu verkürzen.
 

Keine Vermittlung als alleinige Gesellschaft zu einem Meerschweinchen

Ein Meerschwein ist kein geeigneter Partner für ein Kaninchen. Meerschweinchen sind Nagetiere und Kaninchen gehören zu den Hasenartigen. Diese beiden Arten sprechen eine völlig unterschiedliche Sprache, und der Ärger ist sozusagen vorprogrammiert. Während Meeris eher gesprächige Tiere sind, die den ganzen Tag drauf los plappern und sich mitteilen, sind Kaninchen eher still und geben Geräusche nur in Gefahr von sich, beispielsweise um zu drohen. Somit kann eine Kommunikation zwischen den beiden Arten nicht funktionieren, da diese zwingend zu Missverständnissen auf beiden Seiten führen muss. Die Behauptung, dass beide Arten gut miteinander harmonieren würden, ist absolut falsch. Es sind zwar beides Gruppentiere, jedoch kuscheln Meerschweinchen nur selten, während Kaninchen das praktisch ununterbrochen machen. Auch die gegenseitige Körperpflege ist bei Kaninchen um ein Vielfaches häufiger zu beobachten als bei Meerschweinchen. Daher sind Kaninchen, wenn sie alleine mit einem Meerschweinchen gehalten werden, mitunter recht aufdringlich. Des weiteren sollte klar sein, dass ein unkastrierter Rammler nichts in der Nähe von Meerschweinchen zu suchen hat. Das Vorurteil des "sich prima verstehens" hält sich allerdings hartnäckig und wird leider von vielen Zoogeschäften, für die der finanzielle Profit nach wie vor an erster Stelle steht, auch weiterhin geschürt.

Keine Kaninchen in die alleinige Obhut von Kindern

So sehr wir es begrüßen, dass Kinder mit Tieren aufwachsen sollen, beispielsweise um Verantwortung zu übernehmen, desto mehr appellieren wir an die Eltern, die Kinder nicht mit den Tieren allein zu lassen. Ein Kind kann niemals allein die Verantwortung und Pflege für ein Haustier übernehmen. Es braucht die Hilfe der Eltern – sei es beim Saubermachen, bei gesundheitlichen Fragen und allem anderen. Zu uns in die Notstation kommen immer wieder Tiere, bei denen uns gesagt wird: Wir hatten sie für die Kinder angeschafft, aber jetzt haben sie kein Interesse mehr an den Tieren. Auch hier ist es unserer Meinung nach die Aufgabe der Eltern, zu zeigen, dass die Verantwortung nicht einfach abgegeben werden sollte. Besprechen Sie daher mit ihren Kindern im Vorfeld, was es bedeutet, Verantwortung für ein Tier zu übernehmen. Meerschweine sehen vielleicht wie Kuscheltiere aus, aber es sind Fluchttiere, die um einiges lieber durch die Gegend flitzen, als sich knuddeln zu lassen. Wer Meerschweine aufnimmt sollte sich darüber im Klaren sein, dass die Tiere bei guter Gesundheit und entsprechender Pflege durchaus ein Alter von 10-12 Jahren erreichen können.

Keine Vermittlung in Käfige

Unsere Tiere werden nicht in Käfig- oder Buchtenhaltung vermittelt. Der Platz wäre definitiv zu klein. Die Mindestanforderung sind 2qm Grundfläche pro Tier mit zusätzlich täglich mehrstündigem Auslauf. Da Kaninchen meist stubenrein sind, kann man sie auch ganz frei in der Wohnung oder in einem Gehege halten. Kaninchen knabbern für ihr Leben gern. Die Wohnung muss daher kaninchensicher gestaltet werden, z.B. Kabel in Kabelkanälen verlegen. Außenhaltung ist möglich, auch ganzjährig, jedoch muss das Gehege absolut ein- und ausbruchsicher sein und relativ groß, da die Tiere ja keinen zusätzlichen Auslauf erhalten können. Der Draht muss in ca. 1m Tiefe auch unter dem Gehege durchgehen, da die Tiere gerne buddeln.

Kein getreidehaltiges Trockenfutter

Viele Kaninchenhalter füttern ihre Tiere mit handelsüblichem Trockenfutter. Dazu sollte man wissen, dass dieses Futter zumeist sehr fetthaltig ist und Zucker enthält und der Rohfaseranteil viel zu gering ist. In diesen Futtermischungen sind oft auch jede Menge Getreidekörner enthalten. Alle Getreidearten enthalten sehr viel Fett und sind daher ungeeignet. Auch beim Kauf von Heu sollte man darauf achten, dass kein Getreide dabei ist. Bei Leckerlis und Knabberstangen sollte man sich die Inhaltsstoffe ansehen, in den meisten Fällen ist auch hier Zucker drin. Die Folge ist, dass die Tiere es gerne essen (so wie wir Schokolade) und dabei weniger Heu aufnehmen, weil sie schneller satt sind. Das Heu brauchen sie jedoch um die Backenzähne abzunutzen und für eine gesunde Verdauung. Tiere, die vorwiegend Trockenfutter bekommen, sind daher häufiger Zahnpatienten und übergewichtig.
Unsere eigenen Tiere bekommen ebenso wie die Nottiere überhaupt kein Trockenfutter.
Unsere Tiere bekommen ausschließlich Heu (dass ihnen ständig zur Verfügung steht), Kräuter, Möhre, Gurke, Fenchel, Sellerie, Tomate, Paprika und anderes Frischfutter. Um die Schneidezähne abzuwetzen, bekommen sie Obst- und Birkenzweige (ungespritzt!), was gleichzeitig eine gute Beschäftigung für die Tiere ist. Hartes Brot ist ungeeignet, da es auch aus Getreide hergestellt wird.

Wenn Sie sich für einen unserer Zöglinge interessieren, wäre es im Sinne des Tieres wenn es auch nach seinem Umzug in das neue Zuhause wie gewohnt gefüttert würde. Radikale Umstellungen können zu schweren Verdauungsstörungen führen, die wir dem Tier ersparen möchten.
Wir wissen, dass es auch Tierhalter oft einiges an Überwindung kostet, Fütterungsgewohnheiten zu ändern, möchten jedoch an dieser Stelle darauf hinweisen, dass eine heubasierte Ernährung mit vitaminreichem Frischfutter den Tieren am besten bekommt und man somit komplett auf Trockenfutter verzichten kann. Diese Meinung ist weiter verbreitet, als Sie vielleicht bislang angenommen haben und wird von vielen Kaninchenhaltern sowie vielen Kleintierärzten vertreten.